| Es war einmal... Hier ist Platz für Erinnerungen an die "gute, alte Videospielzeit". |
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Alberner Moderator
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Sehr Geil
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game30 Wahnsinniger
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Toller Bericht - weitermachen!
Kannte das Ding gar nicht...
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"Whatever doesn't kill you simply makes you stranger" Was ich auf der 360 spiele (Inhalt freundlicherweise von Dori und Wolly zusammengestellt!) ![]()
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game30 Mitglied
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Hehe, freut mich, daß die kleine Exotenecke so gut ankommt
![]() Heute gibt es mal wieder ein wenig Nachschub. Die No-Kids werden das System schon aus unserem alten Forum kennen, aber es ist immer wieder schön, sich diese Konsole anzuschauen: Das Sega/Victor WonderMega. Vielleicht vorher ein wenig zum Hintergrund: Ich denke mal, die meisten von euch kennen das Sega Megadrive. Einige vielleicht sogar das MegaCD. Aber was passiert, wenn man beide kreuzt ? Genau: Neue Konsolen. Bei Sega war es so, daß man zuerst Lizenzen an JVC und deren Tochter Victor vergab, damit sie eine Kreuzung aus beidem erschaffen. Heraus kam der Victor (bzw. teils mit JVC gelabelte) Wondermega RG-M1. Das Teil ist irre schick, mit motorisch öffnender, beleuchteter CD-Klappe, Karaoke- und Midi-Funktion, einfach eine Traumkonsole. Das Teil war so schick, daß Sega danach sogar eigene Versionen dieser Konsole veröffentlichte, mit selben Aussehen, aber anderem Logo. Hier mal ein Bild von einer Sega-Fanseite: ![]() Und ein Video gibt es auch noch gratis dazu
Leider hat das Gerät auch einen Nachteil: Es war (und ist immer noch) sauteuer und kam auch nur in Japan auf den Markt.. Aktuell bezahlt man für solch ein Gerät, vor allem in OVP, immer noch hohe dreistellige Beträge ... wenn man denn mal eins bekommen sollte, denn selten sind die Biester auch noch. Mittlerweile sind wieder ein paar Geräte bei eBay zu finden, allerdings hier auch wieder weltweit verstreut, so daß auch die Versandkosten ziemlich gut zu Buche schlagen. Ich hatte mal das Glück, ein solches Gerät ziemlich billig zu erstehen ... naja, das Glück erwies sich dann als nicht gerade hold, denn das Gerät war defekt. Ich muß dazu sagen, daß es billig, ungetestet und mit ausgelöteter Netzbuchse angeboten kam, von daher war der Deal natürlich schon OK. Außerdem war die beigelieferte CD auch schon fast mehr wert als das Preis für das Gerät ![]() ![]() Fakt ist, es lief anfangs nix. Auch nach temporärem Anschluß eines Netzteils ging nix. Bei näherem Hinsehen erkennt man schon einen der Gründe hierfür: ![]() Ausgelaufene Elkos. OK, das Gerät ist momentan in der Reparatur, ein Teilerfolg ist schon mal, daß zumindest der Modulport, wenn auch ihne Sound, funktionsfähig ist ![]() ![]() Aber genug von kaputten Konsolen. Fakt ist, daß ein funktionierendes Gerät wunderschön ist und ein Blickfang in jeder Konsolensammlung. Nach der ersten Baureihe veröffentlichte JVC/Victor ein Nachfolgemodell der Konsole, das RG-M2, leider ein wenig abgespeckt zur RG-M1: Die Motorik der CD-klappe wich einem manuellen Open-Button, der Midi-Port fiel weg und die Karaoke-Steuerung hatte nur noch eine gemeinsame Lautstärkeregelung für beide Mikrophone. Dafür bekam es ein schickes IR-Joypad verpasst. Und wie ihr euch sicher denken könnt ist das Teil auch ultraselten. Tja, und irgendwann war es soweit. Als ich mal wieder zuuuuuufällig bei eBay rumsuchte fiel mir eine nette, kleine Auktion auf: Ein RG-M2. Najaaaaa, irgendwann war die Auktion zuende und naja, zuuuufälligerweise stand da auch mein Name als Höchstbietender ... irgendwie muss ich wohl auf den "Bieten"-Button gekommen sein Am meisten hat mich der Preis gewundert: Ohne Porto und Zoll knapp 70 Euro Mit Porto/Zoll war sie mit unter 120 Euro auch noch verdammt günstig. Im September 2008 war es dann soweit und ich konnte die Knsole beim Zoll abholen. Also denn: Konnichi-Wa Wondermega ![]() Leider hat sich aber bewahrheitet, was sich auf dem Artikelfoto schon angedeutet hat. Na, erkennt ihr es ? Wenn ihr gerade direkt losgebölkt habt "Ey Alta, da is ja nen Kabel annem Controller, ahste nich watt von nem IR-Controller gesacht ?" habt ihr vollkommen Recht: Die Konsole wurde mit nem Victor Kabelpad geliefert, zwar noch seltener als die Konsole selber, aber ich hätte doch ganz gerne auch nen IR-Controller gehabt. Also fragte ich bei meinen japanischen Kontakten mal nach, ob sie einen solchen Controller für mich besorgen können. Ihr lautes Lachen versprach dabei nix Gutes ... Aber dann kam der Tag ... erst holte ich die Konsole vom Zoll ab, dann surfte ich nachts um 1 Uhr bei eBay rum und suchte solche ein Pad ... "0 Ergebnisse" strahlte mich fröhlich die Suchmaske an. OK, was hab ichanderes erwartet ? Ne halbe Stunde später, kurz vor dem Schlafengehen, schaute ich mit einem lauten Gähnen nochmal nach und wäre fast erstickt: "1 Ergebnis gefunden ... Sofortkauf, 14,99 Euro". Meine Videospiel-gestählten Finger hämmerten so schnell auf den "Sofortkauf"-Button, selbst ne SlowMotion-Kamera hätte da keine Chance gehabt. Und kurze Zeit später kam es dann aus Frankreich an: Das heiss ersehnte IR-Pad: Man beachte hierbei die beiden ersten Button, "Power" und "Reset" ... naaaaaaa, woren erinnert uns zumindest der erste Button ? Richtig: Hiermit kann ich die Konsole vom Controller aus ein- und ausschalten, dazu noch resetten ... ein Traum Mit den anderen Tasten kann man wohl obskure japanische Victor-Fernseher steuern, nur solch ein Teil hab ich dann zufälligerweise doch nicht zuhause ![]() Ich hoffe auf jeden Fall, daß sich die Konsole nun ein wenig wohl in ihrer neuen Umgebung fühlt: ... und an einem richtig funktionierendem RG-M1, da bin ich auch noch dran ![]() Ihr seht, ich bin süchtig .... und das ist gut so ![]() |
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game30 Mitglied
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Na das freut mich doch, daß euch die kleine Exotenecke gefällt
![]() Na dann wollen wir doch mal weiter machen und zwar mit einem ganz besonderen Klassiker: Der ersten 32-Bit Konsole weltweit. Aber vorab: Was tippt ihr ? Welches war denn nun die erste 32-Bit Konsole ? Naaaa ... ich hör da Playstation ... und von dort Saturn ... ein ganz gewagter Tipp: Das Amiga CD32 ... Und ? Welche von diesen Antworten ist richtig ? Ganz einfach: Alle sind falsch ![]() Die Ehre der ersten 32-Bit Konsole gehört einem echten Exoten: Der Fujitsu FM Towns Marty. ![]() Ich denke mal, diese Konsole bedarf einer Erklärung. Nun gut, ich fange dann mal damit an. Allerdings gehe ich etwas zurück zu der Zeit, in der die Ursprünge der Konsole gelegt wurden, und zwar in das Jahr 1989. Zu dieser Zeit wurden hier bei uns im Westen die Computer gerade spieletauglich. EGA-Karten verdrängten das öde Grün und Bernstein der damaligen Hercules-Grafikkarten, die ersten Soundkarten ließen das frühe Piepsen der eingebauten PC-Speaker verstummen und sogar Joysticks ließen sich an den Gameport anschließen. Und wie sah es im verspielten Japan aus ? Klar, natürlich besser Hier gab es ein Edel-Duell der Firmen Sharp NEC und Fujitsu. Letztere brachten im Februar 1989 einen Rechner heraus, der hiesigen Spielernaturen das Wasser im Munde zusammen laufen ließ: Den FM Towns PC. Dieser auf einem 386SX-basierende Rechner bestach mit 16 MHz und, ein Novum, mit einem standardmäßig enigebautem CDROM-Laufwerk.![]()
Mit einer Auswahl von 4096 Farben gleichzeitig aus einer Palette von 16,7 Millionen Farben, einem bombastischen Sound und standardmäßigen Joystickports war der Rechner natürlich eine ideale Spielemaschine. Demensprechend atemberaubende Titel wurden für das System veröffentlicht. Darunter viele 1:1-Umsetzungen damaliger Arcade-Automaten. Fujitsu war mit diesem Rechner im japanischen Computermarkt natürlich dick im Geschäft. Im Laufe der Zeit erschienen auch immer mehr Weiterentwicklungen und Nachfolger des ersten FM Towns-PCs, die sich vor allem in schnelleren Prozessoren und mehr Speicher vom Urmodell unterschieden. Doch Fujitsu wollte mehr. erst mit einem halben, später mit einem ganzen Auge schielte man auf den gerade im heimatlichen Japan sehr starken Konsolenmarkt. Hier beherrschten vor allem das Super Nintendo, das Mega Drive und die PC Engine die Wohnzimmer der Nation. Und dort wollte Fujitsu auch hin. Also baute Fujitsu eine Miniaturversion ihres FM Towns II-PCs, verkleinerte diese auf Konsolenformat, spendierte ihr ein Toploader-CDROM und brachte sie schließlich 1991, also 2 Jahre nach ihren ersten FM Towns-PC, als FM Towns Marty in die japanischen Läden.
Die Ähnlichkeit zur Computerversion ist vor allem an den Anschlüssen zu sehen. Genauso wie der PC besaß die Marty ein internes 3,5"-Diskettenlaufwerk, einen PCMCIA-Cardslot und einen Tastaturanschluß ![]() Den besonderen Status in der Konsolengeschichte verdankt die Marty vor allem zwei wegweisenden Entscheidungen die Fujitsu ihr mit auf den Weg gab. Zum einen war sie ... tadaaaaaa ... durch ihren verbauten 386SX-Prozessor die erste 32-Bit Konsole der Welt. Naja, nur leiiiiiider vergaß Fujitsu, das in ihrer Werbung entsprechend zu erwähnen. Gerade zu Zeiten des "Ey Alta, isch hab 8 Bit" "Ey Alta, isch hab doppelt so viel Bit" wäre eine Erwähnung dieses besonderen Status nicht gerade verkaufshemmend gewesen ![]() Zum anderen war die Marty auch die erste Konsole mit fest eingebautem CDROM-Laufwerk. Zwar gab es schon das externe CDROM für die PC Engine, aber das war halt ... naja ... extern ![]() Die meisten veröffentlichten Spiele für den FM Towns waren mit der Marty kompatibel, so daß sich der Konsolenkäufer schon bei Release aus einer großen Spielebibliothek bedienen konnte. Hierzu zählten bis dahin viele bekannte Titel. Eines der bekanntesten Titel für Konsole ist definitiv die Umsetzung des Arcade-Klassikers Splatterhouse. Die FM Towns- (und somit auch die Marty) Version bestach hier durch eine 1:1-Unsetzung des bekannten Automaten.
Ein weiteres Highlight ist die einzige Heimumsetzung des Toaplan-Klassikers Tatsujin Oh (Tatsujin II).
Auch viele Lucasarts-Adventures wurden auf die FM-Towns Rechner und damit auch auf die Marty portiert. Diese bestachen im Vergleich zu ihren westlichen Pendants durch eine verbesserte Grafik mit mehr Farben, bombastischem Sound und durch Sprachausgabe.
Die größte Software-Bibliothek hatte die Konsole allerdings nicht bei den Spielen, sondern in einem anderen Genre: Den japanischen "Zeichentrick-Liebes-Filmchen", in dem die Darsteller am Schluß nicht heiraten ... den Hentais, auch als Zeichentrick-Pornos bekannt. Durch ihre Nähe zum FM Towns PC wurde jeder Hentai-Liebhaber in diesem Genre glänzend bedient ![]() So wie sich das anhört muß sich die Konsole doch in Japan verkauft haben wie frisches Sushi. Naja, leider war genau das Gegenteil der Fall. Dies lag gleich an mehreren Faktoren: Die meisten potentiellen Kunden wurden durch den exorbitant hohen Preis der Konsole verschreckt. Fast 100.000 Yen, das sind umgerechnet knapp 750 Euro, sollten die Käufer für die Konsole auf den Ladentisch legen. Dazu waren natürlich nur die wenigsten Videospieler bereit. Viel mehr warteten sie auf die neuen Wunderkonsolen von Sega und Sony, die gerade angekündigt wurden. Diese sollten billiger und vor allem auch leistungsfähiger als die Marty sein. Vor allem im 3D-Bereich, dem Schlagwort der frühen 90er Jahre. Und genau diese Fähigkeit besaß die Marty nicht. Somit blieb Fujitsu auf einem Berg Konsolen sitzen. Da half auch eine Nachfolgekonsole, die Marty 2 nicht. Zum reduzierten Preis von 66.000 Yen hatte sie zwar eine andere Farbe (grau statt beige), vom Innenleben her war sie aber vollkommen identisch zu ihrem Vorgänger. ![]() Selbst ein frühes Navigationsssytem wurde mit der Marty-Technik veröffentlicht und mit den Namen Car Marty als Auto-Entertainment-System verkauft. Das System konnte man nach der Fahrt aus dem Auto heraus nehmen und mit dem optional erhältlichen Home-Kit an den heimatlichen Fernseher anschließen. Am Ende des Jahrzehnts wurde die Marty schließlich aus dem Programm genommen und die Ära der Marty fand ein stilles Ende. Dabei ist der Name Marty in Japan's Sprachgebrauch immer noch allgegenwärtig. Und zwar war die Konsole dermaßen erfolglos, daß die Japaner ihr ein eigenes Sprichwort gewidmet haben. So trägt die, in unseren Gefilden als Murphys Gesetz bekannte Lebensweisheit ("Alles, was schief gehen kann, geht auch schief") in Japan seinen ganz eigenen Namen: Martys Law - benannt nach Fujitsus erfolgloser Konsole. Gerade durch ihre geringe Verbreitung ist die Marty heutzutage eni gesuchtes Sammlerstück. Für ein Exemplar mit kompletter OVP kann man schon mit 400-500 Euro rechnen. Dazu kommt der nicht gerade billige Versand aus Japan. Auch die Software-Perlen für das System machen das Sammeln zu einem teuren Hobby. 250 Euro für Splatterhouse, Tatsujin Oh oder die Lucasarts-Adventures sind keine Seltenheit ... einzeln versteht sich, nicht zusammen ![]() Ein Beispiel gefällig ? http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?...m=220602938162 Tja, und nach diesen ganzen allgemeinen Infos kommen wir mal zu meiner ganz persönlichen "Marty-Story" ![]() Diese begann im Dezember 1993 mit einem Artikel in der Zeitschrift "Video Games". ![]() zu finden auf der Seite http://www.kultpower.de/. Ich fand den Artikel damals faszinierend ... heute auch noch, aber heutzutage vor allem deswegen, weil er voller Fehler steckt So schreiben sie die ganze Zeit, daß in der Marty ein Motorola 68030 werkelt ... grooooober Fehler ![]() Nur war das System damals zum einen ultrateuer, nirgends zu bekommen und vor allem ging es mir wie den meisten Japanern: Ich wartete auf Saturn und Playstation ![]() Durch diverse Umstände wie Recherchen, wieder aufgeflammte Retro-Lust und Spaß an ungewöhnlicher Hardware kam mir irgendwann vor 2 Jahren wieder die Marty in den Sinn. Ich sprach mit ein paar Kumpels darüber, die im fernen Japan einen Shop betreiben. Und naja, irgendwann kamen sie mit einer fiesen Frage an: "Wir haben hier ne Marty 2-Konsole in OVP. Willste die haben ?" "Hmmm, okaaaaaay ... wie teuer soll die denn sein ?" "Na komm ... $150" ![]() Na ihr könnt euch sicher vorstellen, daß ich da garantiert nicht "Nein" gesagt habe ![]() Seit Februar 2009 steht sie nun hier: Eines meiner Schmuckstücke: ![]() mit ihrem hochtrabenden Motto ![]() ![]() Auch die obigen Fotos der Marty 2 stammen von mir. Die brauchte ich mal für einen Artikel, deswegen die Freistellung ![]() Tja, was bleibt mir zum Schluß zu sagen ? Die Marty ist ein faszinierendes Gerät und ein System, das nicht nur hierzulande einen echten Exotenstatus besitzt. Vor allem hier in Deutschland kennen zwar ein paar Leute die Konsole vom Namen her, allerdings live gesehen oder gar damit gespielt haben die wenigsten. Dabei hat sie durchaus sehr interessante Spiele. Und durch den Vorreiterstatus bei den 32-Bit CD-Konsolen hat sie eh einen ganz besonderen Platz im Konsolenstammbaum verdient. Und in meiner persönlichen Sammlung sowieso ![]() |
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